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Tag 28.Waldbaden, alte Dörfer und ein neuer Blick auf die Berge

Nach dem gestrigen Wahnsinnstag war das kleine Refugium genau das Richtige. In einem 16-Betten-Lager waren wir gerade einmal zu dritt. Das junge Paar, das ich unterwegs schon kennengelernt hatte, zog heute weiter in die Berge, während ich Richtung Tavascan abstieg.

Der Hüttenwirt war noch keine 30 und führte das Refugium mit viel Herzblut. Das Essen war eines der besten der bisherigen Tour: eine fantastische Linsensuppe, frischer Salat und anschließend typisch katalanische Fleischbällchen mit Erbsenpüree und vielen frischen Kräutern. Auch das Picknick für heute war außergewöhnlich – frische Pasta mit Zucchini, Tomaten und Zwiebeln sowie ein selbstgemachter Nussriegel. So etwas bekommt man auf einer Hüttentour nicht alle Tage.


Der Weg heute war einfach traumhaft. Stundenlang ging es durch dichten Wald, begleitet vom Rauschen der Bäche und dem Gesang der Vögel. Pures Waldbaden – so hätte der Weg gerne den ganzen Tag weitergehen dürfen.


Inzwischen bin ich im Parc Natural de l'Alt Pirineu unterwegs. Hier liegen viele alte, verlassene Bergdörfer, von denen einige liebevoll restauriert werden. Es ist beeindruckend zu sehen, wie viel Geschichte hier in der Landschaft steckt.


Morgen wird es eine kleine Planänderung geben. Zwei Pässe auf knapp 2.900 Metern sind wegen des vielen Schnees noch unpassierbar. Deshalb werde ich ein Stück mit dem Bus fahren – eine gut organisierte und günstige Lösung.


Mein Körper meldet sich inzwischen bei jedem Schritt, egal ob bergauf oder bergab. Aber jeden Abend schlafe ich tief und fest. Und das Staunen bleibt: Früher bin ich durch die Berge gefahren und habe nach oben geschaut. Heute blicke ich zurück auf die Berge, über die ich selbst gegangen bin. Dieser Gedanke ist immer noch kaum zu fassen.


 
 
 

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