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Tag 17.Zwischen Schneefeldern und Gewitterwolken

Gestern habe ich das Valle de Tena hinter mir gelassen und bin zunächst durch ein wunderschönes, sattgrünes Tal gewandert. Der Tag begann allerdings etwas anders als geplant. Direkt nach dem ersten Aufstieg musste ich eine längere Pause einlegen, denn ich brauchte dringend eine Telefonverbindung zur Bernharduskapelle. Meine Mama feierte ihren 95. Geburtstag, und natürlich wollte ich sie erreichen. Erst gegen Mittag klappte die Verbindung, sodass ich deutlich später loskam als gedacht.


Vor mir lagen noch rund 940 Höhenmeter. Zum Glück war der Aufstieg jede Anstrengung wert. Die Landschaft wurde immer alpiner, der große Gipfel rückte scheinbar näher, wollte aber einfach nicht erreicht werden. Schneefelder wechselten sich mit eisigen Passagen ab, überall lagen noch Reste des Winters. Immer wieder führte der Weg über kleine Schneebrücken und vereiste Stellen, die volle Aufmerksamkeit verlangten.


Eigentlich hatte ich geplant, ein Refugio auf etwa 1.400 Metern Höhe zu erreichen. Doch das Wetter machte mir einen Strich durch die Rechnung. Innerhalb kurzer Zeit zog ein heftiges Gemisch aus Gewitter, Schnee und Regen auf. Plötzlich musste die komplette Ausrüstung zum Einsatz kommen: Regenkleidung, Gamaschen und alles, was Schutz vor Nässe und Kälte bietet.


In diesem Moment war ich einfach nur froh, auf etwa 1.800 Metern Höhe ein Refugio zu finden. Dort konnte ich den Tag trocken beenden. Nach einer warmen Mahlzeit und einem gemütlichen Abend fiel die Anspannung langsam ab. Ich schlief überraschend gut. Irgendwann in der Nacht wurde ich kurz wach und blickte hinaus zu einem sternenklaren Himmel. Nach all dem Wetterchaos war das ein wunderbarer Moment. Außerdem konnten endlich alle nassen Sachen trocknen.


 
 
 

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